Christian Bode | Tenorsaxophon

Christian hatte musikalische Vorfahren: Der Großvater war im Mandolinenclub aktiv, der Vater spielte Akkordeon, beide dem Zeitgeist der jeweiligen Generation entsprechend mit viel Spaß an der Sache. So lag es nahe, dass auch Christian im zarten Alter von etwa zehn Jahren von seinem Vater höflich, aber bestimmt aufgefordert wurde, ein Musikinstrument zu erlernen. Im Nachbardorf gab es einen Posaunenchor, geleitet von einem gelernten Trompeter. Den kannte der Vater aus seiner Jugend, da sollte der Junge hin. Repertoire und Leitung des Ensembles führten jedoch bald dazu, das sich die Wege trennten. Die erworbene Trompete führt seitdem ein unauffälliges (und verdientermaßen entspanntes) Leben in den Nebenräumen der schwesterlichen Wohnung. Gut für sie.
Diese sowohl für die Trompete als auch für Christian prägende Erfahrung führte dazu, dass er sich schnell eine andere musikalische Freundin suchte: Eine Klarinette. Doch auch diese Liebe währte nicht lange. Durch blinden Eifer binnen Jahresfrist in die Sphären der ersten Kreuztonart katapultiert, gingen beide (unverletzt) auseinander. Trotz oder gerade wegen der beschriebenen Erfahrungen war es soweit: Er war infiziert, von dem Virus, den er wohl für immer in sich tragen wird: Musik! In der Schule gab es noch ein Altsaxofon, welches niemand haben wollte - außer Christian. Wie gut, dass es dort auch noch eine Big- Band gab. Was wurde gespielt? Natürlich Glenn Miller, klar. Der Junge machte begeistert mit, lernte dort andere Jungen kennen und spielte in Schülerbands Jazzrock und Latin, was damals in manchen Kreisen extrem angesagt war. Die Kapellen waren gut; der Vater kam, hörte und Christian siegte - es gab ein Tenorsaxophon.
Beeinflusst sowohl von stürmischen Leuten wie Sammy Butera (Saxofonist bei Luis Prima) und Michael Brecker als auch gefühlvollen Menschen wie Jan Garbarek, Stan Getz und Ben Webster entwickelte Christian ein Stilmix aus wild-romantischem Saxophonspiel und launisch-eleganter Conference, beides gleichermaßen anregend.

Von Beginn an ist er Mitglied des Brägenwoost Bratters Orchestra.